Einstieg in das Thema
Was brauchst du als Basiswissen?
Du weißt, dass Zeichen auf der Ersetzungsebene und auf der Zeichnungsebene unterschiedliche Aufgaben haben können.
Worum geht es?
Pflanzen besitzen Seitenzweige. Dafür muss die Turtle später an einen früheren Ort und in eine frühere Richtung zurückkehren können. Außerdem verwenden wir X als wichtiges Hilfssymbol, das selbst keine Linie zeichnet.
Was ist das Ziel?
Du kannst die Wirkung von X, F, [, ], + und − erklären und durch gezielte Regeländerungen unterschiedliche Pflanzenformen erzeugen.
Erarbeitung
Zuerst die Zeichenkette betrachten
Startwort: X
Regeln: X → F[+X][-X]FX F → FF
- Erzeuge Generation 1.
- Markiere alle F und alle X verschiedenfarbig.
- Erzeuge Generation 2 noch nicht vollständig. Schreibe stattdessen über jedes Zeichen von Generation 1, ob es ersetzt wird oder bleibt.
- Vermute, welche Zeichen später Linien erzeugen.
Theorie
Aufgaben
`[` bedeutet: „Merke dir Ort und Blickrichtung.“ `]` bedeutet: „Kehre zu diesem gemerkten Zustand zurück.“
Basis der folgenden Aufgaben ist die Ersetzung F=F[+F]F mit einem Winkel von ca. 30°.
X ist ein Hilfssymbol: Es zeichnet selbst nichts, ist aber für die nächste Ersetzung wichtig. Dadurch kann ein Zeichen grammatisch bedeutsam und grafisch unsichtbar sein.
Was wird jeweils gezeichnet?
Aufgabe 4: Den Winkel erforschen
Verwende die ursprünglichen Regeln und Generation 4. Vergleiche 15°, 25°, 35° und 60°.
Aufgabe 5: Pflanze verändern
Ändere immer nur die X-Regel. Untersuche nacheinander:
Notiere jeweils vor dem Zeichnen eine Vermutung. Beschreibe danach, wie sich Symmetrie, Breite und Zahl der Zweige verändern.
Aufgabe 6: Gestaltungsauftrag
Erzeuge eine möglichst
Pflanze. Wähle ein Ziel. Verändere höchstens zwei Bestandteile: Winkel, X-Regel, F-Regel oder Startwort.
Dokumentiere Ausgangssystem, jede Änderung, Vermutung, beobachtete Wirkung und dein Endsystem. Begründe, warum deine Änderungen zum gewählten Ziel passen.
Aufgabe 7: Leichte Grammatik-Analogie
Ordne für das Pflanzensystem zu:
Erkläre danach in eigenen Worten, warum das L-System nicht einfach ein „rekursives Zeichenprogramm“ ist.
Rückblick und Ausblick
Was muss man wissen und können?
- Ein L-System erzeugt zuerst Zeichenketten durch parallele Ersetzung.
- Erst danach werden bestimmte Zeichen als Turtle-Befehle gelesen.
- X kann die weitere Ersetzung steuern, ohne selbst zu zeichnen.
- [ und ] ermöglichen die Rückkehr zu einem gemerkten Zustand und damit Seitenzweige.
- Wenige Regeln können komplexe geometrische und pflanzenähnliche Strukturen erzeugen.
Abschluss
Erkläre den gesamten Weg an der Pflanze in fünf Sätzen:
Alphabet → Startwort → Ersetzungsregeln → Generation → Turtle-Grafik
Verwende dabei die Begriffe Ersetzungsebene, Interpretationsebene und Hilfssymbol.
Was können anschließende Themen sein?
Weitere L-Systeme können Blätter, Farbbefehle oder unterschiedliche Linienstärken verwenden. Auch ein eigenes Programm könnte die Ersetzung und Turtle-Interpretation später automatisieren.